11.02.2010
Landrat entfernt sich im ICE-Tempo vom Kreistag
„Ich kann im Bahnhof Tann keine 1b-Lösung erkennen, sondern bestenfalls eine Lösung in der Kategorie ‚Ferner liefen‘ “.
Mit Verstimmung hat Brigitte Harth, Fraktionsvorsitzende der Grünen im Kreistag, auf die Pressemitteilung des Landrats Schellhaas reagiert, wonach der Kreis auch mit einem ICE-Bahnhof West in der Siedlung Tann gut leben könne.
„Der Landrat macht soeben den gleichen Fehler wie sein Kollege OB Hoffmann in Darmstadt: Er versucht, neue Wege ohne sein Parlament zu gehen. Die Grünen werden eine Aufweichung der vorhandenen Beschlusslage, wonach eine Anbindung des Hauptbahnhofs erforderlich ist, nicht mitmachen. Und in dieser Haltung zeigen wir uns solidarisch mit den Fraktionen der Darmstädter Stadtverordnetenversammlung.“
Aus Sicht der Grünen gibt es inhaltlich keinen Anlass zu einem Positionswechsel, der in seinen Auswirkungen die ganze Region betrifft. Im Gegenteil: Die aktuell von der Bahn vorgelegte Studie zur verkehrlichen Anbindung eines ICE-Bahnhofes bestätigt eindrucksvoll die Untersuchungsergebnisse aus dem Jahr 2001 und damit die bestehende Beschlusslage aus der damaligen Region Starkenburg.
Die bisherige Planung der Bahn zu einem ICE-Halt in der Siedlung Tann hat nur neue Fragezeichen hervorgebracht. Für die Griesheimer Bevölkerung ist es egal, aber für den restlichen Landkreis machen zusätzliche 20 Minuten Umsteigezeit vom Hauptbahnhof zu einem ICE-Bahnhof Tann die Anreise unattraktiv, zumal man in 30 Minuten schon mit dem Airliner vom Luisenplatz an den Frankfurter Flughafen fahren kann. Dieser ICE-Bahnhof West wäre daher bestenfalls für die Anreise mit dem Auto attraktiv. Aber es wird am Bahnhof Tann keine kostenlosen Parkplätze geben, da das bisherige Konzept der Bahn für Parkhäuser eine Investorenlösung vorsieht.
„Es ist doch kein Wert an für sich, 100 Millionen hier in der Region zu verbauen“, kommentiert Brigitte Harth die Aussage des Landrats, wonach der Bau eines Bahnhofs West aus wirtschaftlicher Sicht positiv zu bewerten sei. Angesichts leerer Kassen beim Landkreis stellt sich aus Harths Sicht die Frage umgekehrt.
„Jede zusätzliche Straßenbahn Richtung Griesheim zahlt nach den bestehenden Verträgen auch der Landkreis. Weiß der Landrat, dass er mit seiner Äußerung dem Landkreis zusätzliche Millionenkosten aufbürdet? Wenn ja, dann sollte er uns die Kosten mitteilen!“ ah







